Geschichte
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Erste Siedlungsspuren auf Fehmarn datieren aus der Zeit um 5000 v.Chr., als einige Fischer, vermutlich die Nachfolger von Rentierjägern auf der Insel, die damals noch mit dem Festland verbunden war, lebten. Etwa 2000 Jahre später entstanden die ersten Ansiedlungen von Ackerbauern. Vor rund 4300 Jahren wurde die Insel vom Festland abgetrennt.
In den Jahren von 400 bis 900 n.Chr. kam es zur Besiedlung durch Slawen (Wagrier).
Erste Erwähnung
Die erste schriftliche Erwähnung der Insel datiert aus der Zeit um 960, benannt wurde Fehmarn damals als „fe mer“ (slawisch für „im Meer gelegen“). Dies ist auch der Ursprung des heutigen Namens.
Im Jahre 1022 wurde die Insel dem Bistum Odense auf Fünen unterstellt, die erste Erwähnung eines Gotteshauses bei Puttgarden erfolgte fast 200 Jahre später, im Jahre 1198. Um 1230 wurden dann die Gotteshäuser in Bannesdorf, Burg, Landkirchen und Petersdorf erbaut.
Unter Schleswiger und Holsteiner Herrschaft
Die zum Herzogtum Schleswig gehörige Insel wurde 1326 dänisches Lehen der Grafen von Holstein.
Als am 28. Juni 1420 König Erich der Pommer mit 700 Schiffen und 3000 Söldnern vor der fehmarnschen Westküste aufkreuzte, konnte er mit Hilfe Lübscher "Bombardis" unter erheblichen Verlusten abgeschlagen werden. Nach der Verspottung durch die Fehmaraner mit den Worten „Wenn de Koh kann Siede spinnen, sall König Erich unser Land gewinnen“ (etwa: „Erst wenn die Kuh anfängt, Seide zu spinnen, kann es dem König Erich gelingen, unser Land zu gewinnen“) gelang diesem jedoch am 1. Juli bei der Fährschanze am Sunde der Landgang. Der gebürtige Fehmaraner und Prorektor der Kieler Universität, Doktor Christian Kortholt, gab 1695 die Zahl der Toten dieser Schlacht mit 4000 an (1500 Dänen/Schweden und 2500 Insulaner). Schon vier Jahre später gelang jedoch die Rückeroberung durch die Holsteiner und Graf Adolf VIII. förderte eine Neubesiedlung mit überwiegend Dithmarscher Bauerngeschlechtern.
Am 3. Mai 1580 erhielt Fehmarn eine blaue Lehnsfahne mit der goldenen Krone, die noch heute vor vielen Inselhäusern geflaggt wird. Die Krone tauchte bereits Mitte des 14. Jahrhunderts in Wappen auf.
Mit der Conformatio Libertatis 1617 wurden die Adelsrechte eingeschränkt und der Insel freies Bauerntum gesichert.
1636 bestätigte der dänische König die Zugehörigkeit Fehmarns zum Herzogtum Schleswig.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde am 29. Juni 1644 das früheste fehmarnsche Gotteshaus, die Opfer- und Dankkapelle „Peter und Paul“ am Puttgardener Strand von schwedischen Kriegsschiffen zerstört.
Fehmarn wird preußisch
1815 erschien das erste Fehmarnsches Tageblatt unter dem Namen Fehmarnsche Korrespondenz.
Im Jahre 1854 fand am 27. Januar auf dem Köppelberg bei Petersdorf die letzte Hinrichtung nach dem Neuen Fehmarnschen Landrecht vor mehr als 3.000 Zuschauern statt.
Zehn Jahre später änderten sich die Herrschaftsverhältnisse auf Fehmarn während des Deutsch-Dänischen Krieges gravierend: In den Morgenstunden des 15. März 1864 stürmten 160 Preußen unter Hauptmann von Mellenthin die Insel und überraschen die Dänen, die im Hotel Wisser am Burger Marktplatz residierten, im Schlaf. Nach kurzem Feuergefecht, das zwei Menschenleben kostete, wurde Fehmarn preußisch. Fischer Friedrich Stüben aus Heiligenhafen hatte die Preußen als Lotse über den Fehmarnsund gebracht und dafür ein Pferd und einen Ehrensold von 10 Goldmark erhalten. 1867 wurde die preußische Gemeindeverfassung eingeführt und Fehmarn dem Kreis Oldenburg in Holstein zugeschlagen. Fünf Jahre später, in der Nacht vom 12. November auf den 13. November 1872 überraschte eine Sturmflut die Inselbewohner. In Orth wurde ein Wasserstand von 2,7 m über Normal Null (NN) gemessen.
Neuzeit
Am 7. Mai 1945, dem Tage der Unterzeichnung der Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht, erreichten die ersten britischen Truppen den Burger Marktplatz. Fehmarn wurde gegen den Willen Stalins durch das Engagement Sir William Strangs, Baron of Stonesfield, britisches Besatzungsgebiet („Up ewig ungedeelt“). Auf der Insel wurde durch die englische Besatzungsmacht ein Kriegsgefangenenlager für deutsche U-Bootfahrer errichtet.
1970 fand zwischen dem 4. und 6. September auf Fehmarn das letzte Konzert des Musikers Jimi Hendrix statt.
Am 1. Januar 2003 entstand durch die Zusammenlegung der Gemeinden Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn mit der Stadt Burg auf Fehmarn die heutige Stadt Fehmarn, die das gesamte Gebiet der Insel einnimmt.
Infrastrukturgeschichte
Ab 1905 wurde die Inselbahn erbaut. Schon 1921 begann die Planung für eine Sundbrücke. Einen Meilenstein für die Infrastrukturentwicklung auf Fehmarn stellte der Spatenstich zur Vogelfluglinie 1941 dar, in deren Rahmen 19 Jahre später mit dem Bau der Fehmarnsundbrücke begonnen wurde. Die Brücke konnte 1963 durch den Bundespräsidenten Heinrich Lübke und den dänischen König Frederik IX. feierlich eröffnet werden. Noch einmal aber war Fehmarn von der Außenwelt abgeschnitten: Wie ganz Schleswig-Holstein wurde es 1979 von einer Schneekatastrophe heimgesucht und die Verbindung zum Festland unterbrochen. THW und Bundeswehr mussten helfen.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1730 | 6.313 |
| 1803 | 7.626 |
| 1845 | 8.590 |
| 1885 | 10.150 |
| 1925 | 10.360 |
| 1961 | 12.161 |
| 2006 | 13.036 |
Quelle: Wikipedia.de
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